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Podcast der BücherFrauen Die Branche ist weiblich!

Die BücherFrauen sind ein berufliches Netzwerk für Frauen aus Buchhandel, Verlagen, Agenturen und allen anderen Arbeitsbereichen rund ums Buch. in ihrem Podcast finden sich Berichte über Veranstaltungen, Interviews mit interessanten Frauen der Buchbranche und mehr

24.11.13, 17:29:06

„Feministinnen können Spaß haben“ ...


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... "Missy Magazine"-Herausgeberin Chris Köver, Rapperin Sookee und Schriftstellerin Tania Witte am 13.11.2013 zu Gast bei den Berliner Bücherfrauen

Fast fühlte frau sich an diesem Abend im allerbesten Sinne in alte bewegte Zeiten zurückversetzt. Denn beim Thema "Möglichkeiten feministischen Schreibens" mussten die letzten BesucherInnen im großen Kaminraum des Literaturhauses auf den Fensterbänken oder auf dem Fußboden Platz nehmen. An die Hundert zumeist junge Frauen waren zur Diskussion gekommen.

Die lila Latzhose für die Gender-Performance

Im Gespräch mit der Schriftstellerin Tania Witte (Romane "beziehungsweise liebe", "leben nebenbei", taz-Fortsetzungsroman "Lust. Ausgerechnet") und der Herausgeberin des "Missy Magazine" Chris Köver (Co-Autorin des Buches "Glückwunsch, du bist ein Mädchen. Eine Anleitung zum Klarkommen") wollte Rapperin Sookee wissen, wie man feministisch schreibt und dabei auch der Humor nicht zu kurz kommt. Hören Sie dazu einen Ausschnitt aus dem Gespräch (5:15 min.) über lila Latzhosen und Feministinnen, die Glühbirnen einschrauben. (Zuerst spricht Moderatorin Sookee, danach Tania Witte und dann Chris Köver.)

Jemand oder jemensch?

Es war ein lebendiger Abend, an dem viel gelacht wurde, und eine kleine Lektion in Sachen Queer-Feminismus. Die Altvorderen konnten das beruhigende Gefühl mit nach Hause nehmen, dass die Bewegung weiterlebt, Judith Butler noch eine Referenzquelle ist und sich die Jüngeren mit ähnlichen Fragen herumschlagen wie einst Luise Pusch: Schreibt man jemand oder besser jemensch? Leser_innen, Leser*innen oder LeserInnen? Trans* oder transsexuell? Und wird frau dann noch gelesen und verstanden? Tania Witte: "Wenn wir nur noch in kleinen Zirkeln verstanden werden, ist das ein bisschen einsam." Ihr Plädoyer: Raus aus der Bubble, rein in die Mainstream-Verlage! Chris Köver will das "Missy Magazine" unterdessen zum Medien-Imperium aufbauen. Wir zweifeln nicht daran, dass sie das – mit unserem Abo als Unterstützung – schafft.

Aufgeschrieben von Cornelia Saxe

Fotos von Uwe Schwarze

Links zum Thema:
Tania Witte http://www.taniawitte.de
Sookee – Quing of Berlin http://www.sookee.de/
Missy Magazine http://missy-magazine.de

Leseempfehlungen:
Gerd Brantenberg: "Die Töchter Egalias"
Svealena Kutschke: "Etwas Kleines gut versiegeln"
Siri Hustvedt: "Summer without Men / Sommer ohne Männer"
Diane DiMassa: "Hothead Paisan" en.wikipedia.org/wiki/Hothead_Paisan
Track / Video: Game Over. Female Takeover. http://www.youtube.com/watch?v=ev458ENOqZY (Vorschau)
Jo Walton: "Among Others. "
Joan Didion: z.B: "The White Album" oder "Where I Was From" (Sammlung sehr persönlicher Reportagen aus den 60ern) oder "The year of magical thinking"
Feministische und queere Science Fiction: www.feministsf.org/bibs.

Wenn Sie eine ganze Veranstaltung miterleben wollen, besuchen Sie persönlich die Berliner Bücherfrauen!

buecherfrau
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01.09.13, 22:14:48

Berlin: Die Hauptfrau von Köpenick


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Beim Sommer-Plaisir zeigte uns Theatermacherin Birgit Grimm ihren Kietz

Es werde eine sehr persönliche Führung, kündigte Birgit Grimm reiselustig mit einem Strohhut bekleidet gleich bei der Begrüßung an. Schnell wurde der Hauptmann von Köpenick abgehandelt, bevor es dann die aus Sicht der Mitbegründerin des Köpenicker Schlossplatztheaters die wirklichen Sehenswürdigkeiten des malerisch am Wasser gelegenen Berliner Bezirks zu bestaunen galt, der einst durch seine Wäscherinnen zu Wohlstand gelangte.

White Russian an der Bar
So machten wir unter anderem Halt an der so genannten Erlebnisgastronomie Freiheit 15 (Grimms Empfehlung für die Bar: Cocktail White Russian), an den vom Atelier de balto angelegten offenen BürgerInnengärten (Grimms Empfehlung für den Juni: 5-Minuten-Lesungen mit Promis), an einer riesigen Netzinstallation (hier veranstaltet Grimm die Preis gekrönte „Oper im Netz“) und endeten im gemütlichen kleinen Schlossplatztheater gleich um die Ecke vom Rathaus Köpenick.

Eine Führung als Performance
Birgit Grimm, 52 Jahre alt, hat hier gemeinsam mit zwei Mitstreitern 1995 ihren Traum eines eigenen Theaters verwirklicht. Im Gespräch mit den Bücherfrauen erzählte sie von den Mühen, jahrzehntelang um Förderungen zu kämpfen. Dass sie, wenn es darauf ankommt, auch mal Berlins Regierendem Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit die Ohren lang zieht, glaubten wir ihr sofort. Als Regisseurin bezeichnet sie sich als „junges Talent“ und beschäftigt sich für neue Projekte viel mit der Musik von Wagner.

Wir haben die charmante Führung mit Birgit Grimm, die stellenweise einer Theaterperformance glich, sehr genossen und ließen sie bei einem schmackhaften Essen auf der Terrasse des „Alten Waschhaus“ ausklingen.

Ein Bericht von Cornelia Saxe

Kurzer Auszug aus dem Gespräch mit Birgit Grimm im Schlossplatztheater als MP3 (6:15 min.)

http://www.schlossplatztheater.

buecherfrau
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30.06.13, 18:32:00

Mein geistiges Eigentum in Zukunft als Gratisartikel?


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Die Berliner Bücherfrauen luden am 12. Juni 2013 zur Diskussion in den Grünen Salon

Im Rahmen des Jahresthemas „Geistiges Eigentum und Urheberrecht im Internetzeitalter“ luden die BücherFrauenen in Kooperation mit ARTWert in den Grünen Salon der Berliner Volksbühne. Auf dem Podium diskutierten die Schriftstellerin Tanja Dückers, der Verleger Volker Oppmann, die Medien- und Urheberrechtsanwältin Isabell Serauky und die Fachredakteurin Valie Djordjevic über die Anforderungen an ein zeitgemäßes Urheberrecht.

Kostenloser Download von einem Server in Togo
Tanja Dückers schilderte den Fall, dass der neue Roman einer bekannten deutschen Autorin zeitgleich mit dem offiziellen Erscheinen im Verlag im Internet kostenlos von Unbekannten zum Download auf einem Server in Togo angeboten wurde. Dies sei für jede Schriftstellerin eine Art Worst-Case-Szenario, so Dückers, weil sich damit der Gewinn am Resultat jahrelanger Arbeit stark dezimiere. Auch warnte sie davor, jeden Verlag zum kommerziellen Feindbild zu erklären.

Notizen im E-Book
E-Books mit so genanntem hartem Kopierschutz könne man weder verleihen noch verschenken wie ein herkömmliches Buch, warnte dagegen Volker Oppmann, Begründer von Textunes und Verleger von „Onkel und Onkel“. Es sei über eine Datenkennung nur für die jeweilige Benutzerin zugänglich. Außerdem hinterlasse man selbst beim Lesen eines E-Books verwertbare Daten, die der Anbieter der Software vermarkten könne. Das Unternehmen könne zum Beispiel erkennen, wie weit man das Buch in welcher Zeit gelesen habe. Es habe auch Zugriff auf die angelegten Notizen. Dies fiele dann eher unter den Daten- und weniger unter den Urheberschutz wandte die Anwältin Isabell Serauky von der Anwaltssozietät Jurati ein. Dennoch müsse jede eine noch höhere Sensibilität dafür entwickeln, welche Spuren man im Netz hinterlasse, betonte Fachredakteurin Valie Djordjevic von iRights.info.

Die Leserin von Morgen
Bei der gut besuchten Veranstaltung mündeten die Debatten um den Urheberschutz immer wieder in der Frage nach den sich verändernden Rollen von LeserInnen und VerlegerInnen, AutorInnen und BuchhändlerInnen im digitalen Zeitalter.

Hören Sie hier einen Auszug aus der Publikumsdebatte. Zu hören sind in der Reihenfolge: Sybil Volks, Volker Oppmann, Andrea Böltken, Valie Djordjevic und Tanja Dückers.

Wenn Sie eine ganze Veranstaltung miterleben wollen, besuchen Sie persönlich die Berliner Bücherfrauen!

Podacst-Mitschnitt (13:30 min.) und Bericht von Cornelia Saxe für BücherFrauen Berlin.

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27.01.13, 14:58:30

Achtung! Klischeefreie Zone!


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Der deutsch-türkische „binooki“-Verlag zu Gast bei den Bücherfrauen

Inci Bürhaniye und Selma Wels nennen sich zwei „meistens liebende Schwestern“. Die Ältere, Inci Bürhaniye, ist im Hauptberuf Anwältin mit eigener Kanzlei. Selma Wels widmet sich ganz dem Verlag. Ihre Eltern kamen einst als Einwanderer nach Deutschland.
Die beiden Frauen vermissten aus dem Türkischen übersetzte Gegenwartsliteratur auf dem hiesigen Buchmarkt. Um diese Lücke zu füllen, gründeten sie 2011 in Berlin den „binooki“-Verlag, dessen Name auf Deutsch soviel wie „Monokel“ bedeutet.
Für ihre inzwischen rund zehn Bücher umfassende Verlagsproduktion, zu der Autoren wie der moderne Klassiker Oguz Atay („Warten auf die Angst“), der junge Krimiautor Emrah Serbes („Behzat C.“) und die Journalistin Yazgülü Aldogan „Die Begleitung“ gehören, ernteten sie in den nur anderthalb Jahren ihres Bestehens viel Beifall und wurden mit Preisen wie dem Kurt-Wolff-Förderpreis bedacht. Mit ungewöhnlichen PR-Aktionen wie „#berlinliestbenooki.de – Der literarische Foto-Contest“, die die neuen Medien mit einbezogen, machten sie auf sich aufmerksam.
Wir machen die Bücher als begeisterte Leserinnen, sagen Inci Bürhaniye und Selma Wels. Mit ihren Publikationen wollen sie ein Bild jenseits der Klischees von „Döner-Türken“ und „farblosen Deutschen“ vermitteln. Im Gespräch mit der Berliner Bücherfrau Kerstin Salvador unternahmen sie einen Streifzug durch ihr Verlagsprogramm.

Links zum Thema: www.binooki.com

buecherfrau
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08.09.12, 11:48:34

Journalismus der drei Geschwindigkeiten


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Die Berliner BücherFrauen zu Besuch bei der taz - die tageszeitung

„Presse Frechheit seit 1979“, so wirbt die linke Tageszeitung für sich, die nach ihrer Gründung unter anderem die Frauen- und die Anti-AKW-Bewegung publizistisch begleitete. Mit ihrem Slogan „Für publizistische Unabhängigkeit – Gegen Medienkonzentration und Meinungsmonopole“ musste sie in den beiden vergangenen Jahrzehnten oft ums Überleben kämpfen.
Im hauseigenen taz Café in der Rudi-Dutschke-Straße trafen sich die Berliner BücherFrauen um mit der langjährigen Verlagsmitarbeiterin Kornelia Gellenbeck die Redaktionsräume zu besichtigen und anschließend mit ihr ins Gespräch zu kommen.
Dabei erfuhren wir unter anderem, dass die taz nach einem Genossenschaftsmodell funktioniert. 12.000 Eigner machen das Erscheinen der drei Ausgaben: Print, Online und sonntaz mit ihren unterschiedlichen Geschwindigkeiten möglich. Im Gespräch mit den BücherFrauen erläuterte Kornelia Gellenbeck die Produktionsabläufe.
Anschließend wurden wir mit einem leckeren Büffet im taz Café verwöhnt. Zu uns gesellte sich dabei die feministische Taz-Journalistin Waltraud Schwab, die gerade die Ausgabe „Lesen“ für die Buchmesse Frankfurt vorbereitet.

Link zum Thema: www.taz.de

Hören Sie hier einen Ausschnitt aus dem Gespräch mit Kornelia Gellenbeck (5:30 min.):

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